{my life} | Ich liebe meine Kinder!

Seit einiger Zeit kreisen meine Gedanken über eine neue Rubrik in meinem Blog. Natürlich hat sie etwas mit mir zu tun, mit mir, meinem Leben und auch mit meinen Kindern. aber auch mit meinem Job, meinen Gedanken.
my life heißt sie und heute geht’s los.

liebe_formtiereIch möchte heute eine Ode an das schöne Leben mit Kindern starten. Angeregt wurde ich am Wochenende durch das Lesen einiger Blogger-Kolleginnen, die eine Initiative gestartet haben, „Mehr Mut zum Ich“. (Hier und hier und hier könnt ihr mitlesen.)

Ehrlich gesagt, als ich all diese Blog-Posts las wurde ich traurig. Basierend auf einer Studie (ich zitiere) „Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass in Deutschland 64 Prozent aller Mädchen im Teenageralter aufhören, die Dinge zu tun, die sie lieben, weil sie sich mit ihrem Äußeren unwohl fühlen.“ wurde diese Initiative gestartet. „Mehr Mut zum Ich“ der Titel klingt toll, aber ihr Hintergrund wird von mir nur schwer verstanden.

Im Prinzip geht es darum, dass unsere Töchter in Gefahr sind! Vor Magersuchtwahn, vor den Medien, vor sich selbst. Ist das wirklich so?
Ist es nicht völlig normal, dass man sich als Teenager nicht wohl fühlt? (Im Übrigen bin ich mir sicher, dass es den Jungs da nicht viel besser ergeht!)

Muss das nicht auch ein Stückweit so sein? Ist die Pubertät nicht dazu da, dass wir das erste Mal in unserem Leben an Grenzen kommen, dass wir aufgezeigt bekommen, wer und wie wir wirklich sind? Bringt uns das nicht auch weiter, weil wir über uns hinauswachsen müssen und lernen, dass jeder Mensch, egal wie groß, wie klein, wie dick, wie dünn etwas Besonderes mit sich bringt. Dieses Besondere gilt es nur zu entdecken?

Ich bin ehrlich gesagt sehr traurig, dass wir so wenig Vertrauen in unsere Kinder haben, dass wir glauben, dass sie diese Phasen (die wir ja auch alle überstanden haben) nicht durchstehen werden. Diese Phasen sind doch nun für uns Eltern total vertraut, erst waren es die Schlechte-Schlafen-Phasen, dann kamen die Probleme oder auch nicht in der Schule, jetzt heißt die Phase Pubertät.

War das früher nicht auch schon so? Ja, es gab zu unserer Zeit keine Modelcontests im Fernsehen. Es gab keine magersüchtigen Zeitungsanzeigen in denen uns suggeriert wurde, dass dies das einzige Ideal ist. Aber dafür gab es zig andere Dinge, die uns das Leben während der Pubertät schwer gemacht haben.

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Ist es nicht so, dass jede Generation mit den Problemen, vor die sie gestellt wird klarkommen kann? Warum trauen wir unseren Kindern das nicht mehr zu?
Ist nicht viel mehr unser ständiger Kinder-Kontrollwahn das Problem?

Wann war das, als es angefangen hat, dass wir nur noch Bücher, Blogs und Zeitschriften wälzten um die perfekte Methode für unsere Kindererziehung zu finden? Warum vertrauen wir nicht mehr auf unser Bauchgefühl?

Ehrlich gesagt vertrete ich da eine sehr feste Meinung, die mag auf ihre Art sehr speziell sein, aber ich glaube daran.

Kinder werden alle mit einer Persönlichkeit geboren, ich habe zwei Paradeexemplare: eins extrem selbstbewusst und eigensinnig. Sehr wissbegierig und schon fast altklug.
Das andere ist leise, etwas schüchtern, aber auch mutig und unglaublich feinfühlig.
Das erste weiß immer was es will und kann dies auch klar ausdrücken. Das zweite ist etwas wankelmütig und tut sich schwer seine Gefühle und auch seine Wünsche zu äußern.

Jedes Kind fordert mich auf seine Weise jeden Tag heraus. Das macht meinen Mutterjob zu einer Herausforderung. Der ich mich sehr gerne stelle, denn ich bin sehr gerne Mutter.

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Seit meine Kinder geboren wurden versuche ich, sie in ihren Fähigkeiten und Charaktereigenschaften zu bestärken. Ich geben ihnen Dinge mit auf den Weg, die es ihnen eines Tages erleichtern sollen im Alltag zu bestehen. Dies sind ganz irdische Dinge, wie musizieren, malen, spazieren gehen oder einfach mal lernen mit der Langeweile umzugehen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass all das was Kinder vor Eintritt der Pubertät an ausgleichenden Fähigkeiten mitgenommen haben sie über diese schwierige Zeit tragen wird.
Daran glaube ich fest, denn auch bei mir war das so. Meine Pupertät war gespickt von Selbstzweifeln, Fettheitsgefühl und warum bin ich nicht so wie sie oder sie (und noch vielem anderen Mist!). Aber ich habe diese Jahre überstanden, weil ich eine Mutter hatte, die das erkannt hat und nicht stundenlang auf mich eingeredet hat, sondern mich einfach genommen hat und mit mir einen Malkurs besucht hat. Einfach nur sie und ich! Das war genau das, was ICH in diesem Moment brauchte. Das klingt jetzt lapidar, aber sie hat ZEIT mit mir verbracht. Sie hat sich um mich gekümmert und mir gezeigt, dass egal was passiert sie zu mir hält.

Was ich sagen will, habt Mut, habt Vertrauen. Gebt euren Kindern die Chance sich selbst zu finden. Ich freue mich jeden Tag mehr darüber, dass meine Kinder größer werden, dass sie zu mir kommen, wenn sie der Schuh drückt.

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Auch wenn mancher jetzt sagt, die hat ja gut reden, ihre Kinder sind ja noch klein. Klar sind sie noch klein, aber beim großen Kind kommen schon die ersten Selbstzweifel und die ersten Fragen auf und der ist „erst“ 8!
Ich zieh mich warm an, da wird noch vieles kommen. Der Wind da draußen weht heftig aber wir bemühen uns bis dahin das Band zwischen uns so stark zu knüpfen, damit es auch im Sturm nicht reißt!

Wie denkt ihr darüber? Was macht ihr mit euren Kindern, wenn es ihnen schlecht geht, wenn Selbstzweifel sie plagen? Wenn sie Kummer haben, ob großer oder kleiner Kummer?


3 thoughts on “{my life} | Ich liebe meine Kinder!

  1. Liebe Martina,
    ich finde deinen Artikel wirklich ganz wunderbar und erkenne mich sehr darin wieder. Du hast wirklich so Recht und ich finde es grossartig was Du Deinen Kinder mitgibst und sie eben nicht erZIEHST. Ich habe es von Anfang an so bei meinen Kindern gehandhabt und war – nach einigen Erziehungsratgebern, die wirklich sowas von doof waren – froh als ich vor elf Jahren auf Jesper Juul gestossen bin, denn da habe ich mich endlich „bestätigt“ gefühlt (übrigens ist auch er es der dass mit derPubertät schreibt, was Du oben erwähnst!). Es gibt gute und schlechte Tage (also richtig schlechte, an denen ich mich wie eine Rabenmutter fühle!), aber ich denke dass ich es im grossen und ganzen ganz gut mache und ich hoffe sehr dass meine Kinder später einmal rückblickend sagen können dass sie eine ebenso tolle Kindheit hatten wie ich selbst sie haben durfte.
    Ich bin davon überzeugt dass das wichtigste ist dass man seine Kinder wirklich sieht und für sie da ist wenn sie einen brauchen. Dass man ihnen so viele Freiheiten wie möglich lässt, aber in einem „sicheren Rahmen“, so dass sie selbst wachsen und erfahren dürfen aber in der stetigen Gewissheit dass sie uns als Schutz haben und immer zu uns kommen können. Übrigens übernimmt hier meine Mama eine Schlüsselfigur für meine Töchter, was ich absolut wunderbar finde (wenn auch man sein eigenes Ego da teils ganz schön zurückschrauben muss, denn es kratzt schon an eben diesem wenn die eigenen Kinder mit bestimmten Problemen lieber zur Oma gehen, falls Du verstehst was ich meine). Und so übe ich mich täglich darin ein guter und verlässlicher (Sparrings)partner für meine Kinder zu sein und nicht zu hart mit mir selbst (was mir oft verdammt schwer fällt, da ich aufgrund meiner vielen Arbeit oft sehr zerrissen bin und ein furchtbar schlechtes Gewissen habe, weil ich nicht mehr Zeit für meine Kinder habe).
    So und jetzt ist dieser Kommentar doch länger geworden, als beabsichtigt und ich könnte tatsächlich ewig über dieses Thema weiter schreiben…
    Ich wünsch Dir ein ganz tolles Wochenende! Ich melde mich noch per Mail bei Dir (alles so aufregend!) und drück Dich einstweilen virtuell!
    Kristin

  2. Ach meine Liebe, ganz so leicht sehe ich das alles leider nicht mehr, seitdem ich im Bekanntenkreis einen sehr krassen Fall pubertierender Schwierigkeiten miterlebe. Und da geht es wirklich um eine intakte, liebevolle Familie. Wenn sich das eigene Kind innerlich so entfernt und du es erst spät, zu spät, merkst…. ich möchte da gar nicht ins Detail gehen.

    Das ich selbst mein Bestes gebe, davon bin ich überzeugt. Und ich habe auch sehr großes Vertrauen in meine Kinder. Leider gibt es aber Umstände und Einflüsse, die zu komplex sind und wo man dann doch ein Fünkchen Glück im Leben haben muss… und das macht mir manchmal Angst. Ich denke das ist mein abhanden gekommenes Ur-Vertrauen ins Leben. Ich kann mich schwer darauf verlassen, dass schon alles gut kommt…

    In einem Punkt stimme ich dir aber mehr als zu: Die Kinder kommen mit ihrer ganz eigenen Persönlichkeit auf die Welt. Ich merke schon jetzt in aller Deutlichkeit die Unterschiedlichkeit der Charaktere von Kleinmädchen und dem kleinen Prinzen. Dabei ist er noch so klein… das ist faszinierend und ich glaube diese Tatsache, dass wir alle schon so viel mitbringen, erkennt man erst, wenn man selbst Kinder hat!

    Liebe Grüße

    • Liebe Marisa. Ich habe lange überlegt, wie ich Dir antworten soll. ich weiß schon, was Du meinst, aber ich bin fest davon überzeugt, dass eine innerliche unüberbrückbare Entfernung nur stattfinden kann, wenn vorher kein Band entstanden ist. Ich hatte eine extrem schwere Pubertät, ich war meinen Eltern nie so entfernt wie damals, aber wir haben einen Weg herausgefunden. Und glaub mir, ich habe Dinge getan, die ich aus lauter Scham erst Jahre später meinen Eltern gestanden habe.
      Sicherlich gibt es Fälle, die extrem sind. Aber ich glaube, die Masse der Kinder erlebt eine „normale“ Pubertät. Mit ups and downs. Da müssen sie und wir durch.
      ich bin mir aber auch sicher, dass Du dank des kleinen Fräuleins und des Prinzen lernen wirst, Dein Ur-Vertrauen zurück zugewinnen. Wobei ich glaube, so ein bisschen „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist manchmal aber auch gut“ auch ein Weg sein kann.
      Liebe Grüße Martina.

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